„Ich … Es war einfach zuviel. Es mußte so kommen, es ging gar nicht anders. Es war zuviel.“
- Zuviel für wen?
„Für mich! Es war zuviel für mich! Ich konnte nicht mehr damit umgehen. Es ging nicht mehr. Es ging nicht anders.“
- Was war zuviel? Wovon war es zuviel für Sie?
„Wovon? Ich weiß nicht. Das kann man so eigentlich gar nicht sagen.“
- Oder war es zuviel von jemandem?
„Ja. Ja, natürlich. Es war zuviel für mich. Von ihr. Ich habe das nicht mehr ausgehalten so.“
- Sie meinen Ihre Lebensgenossin?
„Sie wurde mir vor etwa einem halben Jahr zugewiesen.“
- Wurde sie Ihnen zuviel?
„Nicht nur sie. Alle. Alle sind mir zuviel geworden.“
- Wer wurde Ihnen zuviel?
„Alle in unserem Sektor. Ich habe das einfach nicht mehr ausgehalten.“
- Sie hatten wegen Ihrer Arbeit kaum persönlichen Kontakt zu irgendjemandem.
„Aber sie waren doch alle im Kommunikator verzeichnet! Ich konnte ständig sehen, wer wann welchen Status hatte. Und ich habe doch ständig mit ihnen kommuniziert.“
- Was hat Sie daran gestört?
„Es hat mich krank gemacht. Ich konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Ich habe ständig nur noch auf meinen Kommunikator geschaut. Dabei bin ich süchtig geworden nach Kommunikation.“
- Was haben Sie dann unternommen?
„Ich habe meinen Kommunikator ausgeschaltet.“
- Würden Sie diese Aussage bitte wiederholen? Beachten Sie, dass alles protokolliert wird.
„Ja, ich weiß. Ich habe es getan. Ich habe meinen Kommunikator ausgeschaltet.“
- War Ihnen nicht bewußt, daß wir das sehr schnell bemerken würden?
„Ich bin süchtig geworden. Ständig wollte ich mit den anderen in Verbindung treten. Aber ich konnte nicht mehr. Es wurde mir zuviel. Es machte mich krank.“
- Unsere Gesellschaft beruht auf Kommunikation. Das ist ihr Kernzweck.
„Ja, natürlich. Das habe ich schon als kleiner Junge in der Schule gelernt. Kommunikation ist alles.“
- Vertreten Sie eine abweichende Meinung?
„Damals hatte unsere Gesellschaft Angst vor der sich ausbreitenden Vereinsamung. Deswegen gab es ja auch die Revolte. Aber ich wurde krank. Ich hatte das Gefühl verloren, noch ein echtes Leben zu leben. Alles schien sich nur noch in meinem Kommunikator abzuspielen. Erst dadurch wurde ich einsam. Es wurde mir zuviel.“
- Es wurde zuviel Kommunikation für Sie?
„Ja. Da habe ich meinen Kommunikator ausgeschaltet.“
- Dann bekennen Sie sich also schuldig?